02.06.2014

Erstes Profil: Bloß kein Stress beim Chatten!

Sicherer Start in die Medienwelt mit SCHAU HIN!

Persönliche Nachrichten austauschen und erfahren, was Freunde gerade machen - soziale Netzwerke faszinieren Kinder und Jugendliche, können sie aber auch stressen, falls sie das Gefühl haben, ständig erreichbar sein zu müssen oder etwas zu verpassen.

Viele Heranwachsende chatten in sozialen Netzwerken, Communities und Messengern und nutzen diese auch, um sich zu präsentieren und von anderen Beachtung und Ansehen zu erhalten. Sie orientieren sich daran, wie sich andere darstellen und sind bemüht, mithilfe mobiler Geräte immer auf dem Laufenden zu sein. Dadurch kann ein ständiges Gefühl der Unruhe entstehen, getrieben von der Angst, etwas zu verpassen (engl. Fomo - Fear of missing out).

„Jeder Chat hat auch mal ein Ende. Man muss nicht ständig ‚on‘ sein. Sonst bedeutet Chatten nicht nur Spaß, sondern kann leicht in Stress ausarten. Gerade hier sind Eltern gefragt“, meint Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Sie können ihrem Kind das nötige Selbstvertrauen mitgeben, dass es nicht sofort auf Nachrichten antworten muss und es Dinge gibt, die es lieber persönlich bespricht. Fällt dies schwer, können Eltern Chatzeiten vereinbaren oder chatfreie Zonen einrichten, etwa beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen.

Chatregeln vereinbaren
Eltern minimieren das Risiko für ihr Kind, wenn sie es gerade anfangs bei den ersten Schritten in sozialen Netzwerken begleiten und gemeinsam Chatregeln vereinbaren, über problematische Inhalte sprechen und vermitteln, dass es sich bei Problemen jederzeit an sie wenden kann, ohne ein Chat-Verbot zu fürchten.

Wichtig sind diese Punkte:

• Auf einen höflichen Ton („Chatiquette“) achten, diesen aber auch von anderen erwarten.
• Auch bei Chats so sparsam wie möglich mit persönlichen Daten umgehen. Private Daten und Bilder gehören nicht in Communities. Erst überlegen, dann posten.
• Vorsicht bei fremden Kontakten: Man weiß nie, wer sich dahinter verbirgt. Keinesfalls den Chat in privaten Räumen oder über andere Anbieter fortsetzen sowie „reale“ Treffen vereinbaren. Unangenehme Dialoge sofort beenden und den Chat verlassen sowie Störer blockieren.
• Belästigungen per Screenshot (PC: Drucktaste, Mac: Apfel + Shift + 3) sichern und dem Betreiber, Beschwerdestellen wie jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de, dem Zentrum für Kinderschutz im Netz (www.i-kiz.de) oder in schwereren Fällen der Polizei melden.

Angebote und Einstellungen genau prüfen
Die Anmeldung bei sozialen Netzwerken ist Elternsache. Unsichere Angebote mit unzureichendem Daten- und Jugendschutz wie Facebook sind für Minderjährige nicht empfehlenswert. Eine Mitgliedschaft bei Facebook ist zwar laut den Geschäftsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, jedoch mit Risiken verbunden. Erlauben Eltern ihrem Kind dennoch die Nutzung, ist es besonders wichtig, dass sie mit ihm das Profil einrichten, auf die Einstellungen für Sicherheit, Privatsphäre sowie Chronik und Markierungen achten, diese erklären und so strikt wie möglich anwählen.

Minderjährige sollten unbedingt ihr richtiges Alter angeben, da in diesem Fall andere Voreinstellungen gelten. Da sich Einstellungen oft ändern, ist es ratsam, dass Eltern diese mit ihrem Kind häufig kontrollieren. Eltern sind Vorbilder, auch im Netz. Haben sie ein eigenes Profil, können sie zumindest anfangs mit ihrem Kind „befreundet“ sein und selbst umsichtig mit persönlichen Daten und Bildern umgehen.

Sichere Alternativen nutzen
Für Heranwachsende eignen sich besonders Kindercommunitys, die altersgerecht gestaltet sind, leicht handhabbar, werbefrei und von Moderatoren begleitet, die notfalls in Unterhaltungen eingreifen und Störer ausschließen. An diese Moderatoren können sich Kinder jederzeit wenden, um Verstöße zu melden und um Hilfe zu bitten. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet auf die Abfrage sensibler Daten.

Sichere Angebote für Kinder sind beispielsweise seitenstark.de/chat/, www.tivitreff.de, www.kindernetz.de/netztreff, www.knipsclub.de (alle ab 8 Jahren) oder www.mein-kika.de (ab 10 Jahren).

„SCHAU HIN!“ (www.schau-hin.info) bietet in der Rubrik „Soziale Netzwerke“ genaue Hinweise zu den Sicherheitseinstellungen auf Facebook sowie einen Netzwerk-Atlas, in dem alle gängigen Angebote geprüft sind. Zusätzliche Tipps gibt bei „Klicksafe“ (www.klicksafe.de/facebook). Empfehlenswert sind zudem die Ratgeber „Facebook und andere Netzwerke“ von Thomas Feibel sowie „Mein Kind ist bei Facebook“ von Jöran Muuß-Merholz und Thomas Pfeiffer.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern Interviewpartner zu dem Thema und bieten Pressebilder zur freien Verfügung unter www.schau-hin.info/presse/pressefotos.

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