22.01.2015

Casting- und Datingshows als Schulhofthema

Ob „Dschungelcamp“, „Der Bachelor“ oder „DSDS“ - Casting- und Datingshows haben derzeit Hochkonjunktur und sind auch bei vielen Kindern und Jugendlichen beliebt. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, jüngeren Kindern Alternativen anzubieten und mit älteren Kindern gemeinsam eine Folge zu schauen.

Eintauchen in Gülle, Buhlen um den Bachelor, harsche Kritik der Jury: viele Sendungen bedienen sich drastischer Mittel, um Emotionen bei den Zuschauern zu wecken und gute Quoten zu erzielen. Das macht solche Sendungen auch zum viel diskutierten Thema auf dem Schulhof. Viele Eltern sind unsicher, ob sie ihrem Nachwuchs solche Sendungen erlauben sollen.

„Am besten fragen Eltern erstmal ihr Kind, warum es die Sendung unbedingt sehen möchte. Dann können sie die Hintergründe besser einschätzen und daraus eine begründete Haltung entwickeln“, empfiehlt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Geht es nur darum, mitreden zu können, um pure Unterhaltung oder darum, sich über andere lustig zu machen?

Gerade Kinder durchschauen nicht immer die dahinter stehende Inszenierung und das damit verbundene klischeehafte Menschen- und Rollenbild. Eltern können darauf verweisen, wie erniedrigend manche Dschungelprüfung, der Kampf um eine Rose oder die Gunst der Jury sein kann oder wie die Dramaturgie und hämische Kommentare aus dem Off Emotionen auslösen sollen.

5 Tipps für den Umgang mit fragwürdigen Sendungen

1. Die Motivation und Faszination der Kinder hinterfragen.
2. Jüngeren Kindern bis zwölf Jahren altersgerechte Alternativen anbieten.
3. Mit älteren Kindern eine Folge schauen und kritisch über Klischees und Inszenierungen sprechen.
4. Differenzierte Haltung anregen und zu einer eigenen Meinung ermuntern.
5. Gemeinsam die Vermarktung im Netz untersuchen und bewerten.

Jüngeren Kindern Alternativen anbieten

Viele Heranwachsende möchten mitreden und diese Sendungen ebenfalls anschauen. Doch sind solche Formate mit Themen aus der Erwachsenenwelt für jüngere Kinder weniger geeignet. Das zeigt schon der späte Sendeplatz. So sind viele Sendungen nach 20 Uhr wie der „Bachelor“ und „DSDS“ für Zuschauer ab zwölf, solche nach 22 Uhr wie das „Dschungelcamp“ für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Dabei können Eltern gerade jüngere Kinder auf Alternativen im Kinderprogramm hinweisen, die sich an junge Zuschauer richten und in denen Gleichaltrige die Hauptakteure sind. Kindgerechte Sendungen sind „1, 2 oder 3“, „Tigerentenclub“, „TANZALARM!“ oder „Dein Song“ und „Die Beste Klasse Deutschlands“, die am 9. Februar bzw. im April 2015 wieder im KiKA starten.

Gemeinsam schauen und diskutieren
Doch je älter Kinder werden, umso größer können der soziale Druck und damit der Wunsch sein, die Sendung sehen zu dürfen. Hält dieser an, ist es sinnvoll, zumindest einige Folgen zusammen mit dem Kind zu schauen. „Es ist immer wichtig, dass Eltern sich ein eigenes Bild machen. So können sie besser verstehen, was ihr Kind fasziniert und die Sendung gemeinsam diskutieren“, meint Langer.

Dabei können Eltern mit ihrem Kind auch die Vermarktung des Formats im Internet besprechen. Dieses Marketing soll die persönliche Bindung der Zuschauer an das Format stärken, indem diese auf der Website weitere Einblicke zu den Kandidaten erhalten sowie in sozialen Netzwerken die einzelnen Personen und die letzten Ereignisse zu kommentieren können.

Weitere Informationen zum Umgang mit Castingshows und Scripted Reality-Sendungen erhalten Eltern auf der SCHAU HIN!-Website (www.schau-hin.info) in der Rubrik „TV, Film & Mehr“.

"SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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