18.02.2015

„Medienfasten“ – es geht auch mal ohne

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Oft vor dem Bildschirm, das Smartphone im Dauerbetrieb und viel im Netz unterwegs, aber auch das Gefühl, zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben? Die Fastenzeit kann ein guter Anlass sein, das eigene Medienverhalten zu überdenken – denn Eltern und Erziehende sind auch bei der Mediennutzung Vorbilder für ihre Kinder.

„Es ist wichtig, auch einmal nicht erreichbar zu sein und von unserem schnelllebigen Alltag und der Fülle an Informationen etwas Abstand zu gewinnen“, empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach bei der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Wenn die Familie Medienfasten verabredet, legen alle gemeinsam fest, welche Geräte an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Pause haben. Die Regeln sollten klar sein, damit jeder weiß, worauf er sich einlässt. Es kann auch vereinbart werden, ein Tagebuch zu führen, um die gesammelten Eindrücke festzuhalten und anschließend zu besprechen. So wird daraus ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie. „Eine Auszeit verschafft Kindern die Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, eigene Fähigkeiten auszuprobieren und aktiv ihre Freizeit zu gestalten“, meint Langer.
Wer dabei nicht ganz auf Medien verzichten will, kann sich mit seinen Kindern auch auf einen medienfreien Tag pro Woche einigen.

Doch auch außerhalb des Medienfastens ist es für Eltern sinnvoll klare Absprachen mit ihren Kindern für die Mediennutzung zu treffen. Als einfache Regel gilt: Jüngere Kinder bis fünf Jahre sollten nicht länger als eine halbe Stunde, ältere Kinder bis neun Jahre bis zu einer Stunde täglich vor dem Bildschirm verbringen. Bei Kindern ab zehn Jahren können Eltern auch ein Zeitkontingent pro Woche bis zu neun Stunden vereinbaren, dass sich der Nachwuchs selbstständig einteilt.

Eltern sind Vorbilder

Generell ist es wichtig für Kinder, wenn Eltern ihnen einen bewussten Umgang mit Medien vorleben. Dazu zählt etwa, nicht ständig per Handy erreichbar zu sein und dieses bei Gesprächen, während des Essens, beim Spielplatzbesuch oder bei der Autofahrt auszuschalten. Vor allem können Eltern zeigen, dass sie sich den Alltag nicht von der Mediennutzung bestimmen lassen: kein Tippen auf dem Smartphone, während man aktiv Zeit mit dem Kind verbringt und kein Eintakten der Freizeit nach dem Verlauf des Fern€sehprogramms. Dazu gehört zudem, berufliche Telefonate und Mails nicht während der Familienzeit entgegenzunehmen oder zu beantworten. „Digitale Entgiftung“ heißt das Stichwort. In den USA sorgt dieser Trend bereits seit einiger Zeit für Furore.

Aber auch in Deutschland ruft das Projekt handysektor bereits zum dritten Mal zum „Handyfasten“ auf. Wie lange mitgemacht wird, entscheidet jeder selbst. Für das Fasten in der Klasse gibt es sogar eine Unterrichtseinheit (weitere Informationen unter www.handysektor.de).

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Projektbüro “SCHAU HIN!”
Karsten Neumann
Telefon: 030 52 68 52-132 | Telefax: -222
presse@schau-hin.info | www.schau-hin.info

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern Interviewpartner zu diesem Thema.

PM "Medienfasten" - es geht auch mal ohne (204 KB)