02.04.2015

Kinder für Urheberrechte auf Facebook & Co. sensibilisieren

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Fotos des Lieblingsstars oder ein Bild als Ostergruß zu teilen, kann rechtliche Folgen haben. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien, rät Eltern, sich zu informieren, was ihr Kind im Netz teilen darf und es für Urheberrechte auf Facebook & Co. zu sensibilisieren.

Wer Beiträge in sozialen Netzwerken teilt, muss die Urheberrechte beachten, sonst droht eine Abmahnung, wie ein aktueller Fall zeigt. Die Inhaberin einer Fahrschule soll über 1000 Euro zahlen, nachdem sie einen Bericht der Bild-Zeitung geteilt hatte. Der Fotograf erwirkte eine Abmahnung, weil er als Urheber nicht genannt wurde. Auch wurde berichtet, dass das Posten einer Trauerschleife anlässlich des Flugzeugabsturzes zu Abmahnungen geführt haben soll, was sich aber als unwahr herausstellte. „Viele Jugendliche teilen Inhalte, ohne sich groß darüber Gedanken zu machen, dass damit Urheberrechte verbunden sind. Hierauf können Eltern hinweisen, um sich Ärger zu ersparen“, sagt Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Da sie unter Umständen für ihr minderjähriges Kind haften, ist es wichtig, dass sie sich über die Rechtslage informieren und mit ihm besprechen, was im Netz legal ist und was rechtliche Folgen haben kann. Auch Eltern selbst sollten Vorbild sein und auf Urheberrechte bei Posts achten.

Vorsicht gerade bei Fotos und Videos

Beim Teilen eines Beitrags wird automatisch ein verkleinertes Vorschaubild gezeigt. Darauf hat der Nutzer keinen Einfluss. Eltern sollten ihrem Kind daher raten, Beiträge lieber über Links zu teilen, da man hier das Vorschaubild entfernen oder bearbeiten kann. Auf Bilder und Videos sind eher zu verzichten, da die Urheber oft unbekannt sind. Auch sollten Kinder Beiträge nicht direkt über Webseiten teilen. Denn sie wissen nicht, ob die Betreiber selbst die Lizenz für die Inhalte besitzen.

Rechte anderer bei eigenen Inhalten beachten

Wer einen Inhalt selbst erstellt, hat dafür auch das Urheberrecht. Eigene Bilder, Texte und Videos können also geteilt werden, es sei denn, darauf sind andere Personen zu sehen. Dann müssen diese dem zustimmen. Wer zum Beispiel gegen seinen Willen bei Facebook auf peinlichen Partyfotos abgebildet ist, kann diese melden und vom Absender entfernen lassen. Wichtig ist auch, bei Videos darauf zu achten, dass keine urheberrechtlichen Inhalte wie Bilder oder Musik verwendet werden.

Lizenzfreie Angebote nutzen

Bilder mit einer sogenannten Creative-Commons-Lizenz können hingegen je nach Verfügung des Urhebers frei genutzt werden. Meist ist etwa die Weiterverbreitung für nichtkommerzielle Zwecke erlaubt. Im Internet gibt es Datenbanken mit lizenzfreien Bildern oder Musiktiteln. Weitere Informationen zu Urheberrechten im Netz finden Eltern bei www.schau-hin.info, www.klicksafe.de und www.irights.info.

5 Tipps für Urheberrechte in sozialen Netzwerken

1. Über Urheberrechte sprechen, kindgerecht erklären und selbst darauf achten.

2. Fremde Quellen und Urheber beim Teilen immer nennen, gerade bei (Bewegt-) Bildern aufpassen.

3. Rechte anderer auch bei eigenen Inhalten berücksichtigen.

4. Lizenzfreie Angebote nutzen.

5. Bei rechtlichen Fragen und Problemen an die Verbraucherzentrale wenden.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern Interviewpartner zu diesem Thema.

Das beigefügte Bild ist nach der Creative Commons Lizenz frei verwendbar.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oryctolagus_cuniculus_Tasmania_2.jpg

Kontakt
SCHAU HIN!
c/o WE DO communication GmbH
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Tel.: 030 5268 52 132
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Online: www.schau-hin.info

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