10.06.2015

Messenger zusammen prüfen und einstellen

Mobile Messenger erleichtern die Kommunikation, können aber auch viel über die Nutzer verraten. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, Apps genau zu prüfen und mit ihrem Kind über Datenschutz zu sprechen.

Mobile Messenger wie WhatsApp greifen meist auf Kontaktdaten zu und übermitteln diese an den Betreiber. Zudem können andere Nutzer auf die Profildaten wie Name, Status und Fotos zugreifen, sehen, wann andere zuletzt online waren und ob sie gerade aktiv sind oder durch Weiterleiten an persönliche Informationen gelangen. Kinder sind zudem kaum vor Werbung, Gewalt oder Pornografie sowie Zugriffe durch fremde Personen geschützt. „Eltern erklären ihrem Kind am besten, wie sensibel persönliche Daten gerade in der mobilen Kommunikation sind und überlegen gemeinsam, wie es seine Privatsphäre schützen kann“, meint SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Diese 5 Tipps empfiehlt SCHAU HIN! Eltern bei Messengern:

1. App vor Installation prüfen

Zwar sind beliebte Dienste wie WhatsApp laut Geschäftsbedingungen erst ab 16 Jahren, Snapchat und Facebook Messenger ab 13 Jahren erlaubt, doch in den App-Shops oft anders ausgewiesen, WhatsApp und Messenger etwa ohne Altersbeschränkung bzw. 4+. „Gerade bei Smartphone-Einsteigern ist das Installieren der Apps Elternsache“, so Langer. Eltern können dafür auch den Zugang zum App-Shop einschränken und mit einem Passwort sichern. Vor der Installation können sich Eltern auf Beratungsseiten informieren, was bei den einzelnen Apps zu beachten ist. Orientierung bieten auch Tests, die Anbieterbeschreibung oder Nutzerkommentare. Wichtig ist auch auf die Zugriffsrechte zu achten. Diese werden direkt vor dem Download im App-Shop angezeigt.

2. Einstellungen aktivieren

Nach dem Download sind unbedingt die Optionen zum Schutz der Privatsphäre zu kontrollieren. Diese sind oft vorhanden, aber nicht immer vorab aktiviert. So ist die Kontaktaufnahme durch Fremde zu unterbinden, und die Funktion auszustellen, dass andere sehen können, ob man gerade online ist und Nachrichten gelesen hat. Zudem sind die Sicherheitseinstellungen am Gerät zu aktivieren und Ortungsdienste auszustellen. Kostenlose Sicherheits-Apps wie die „Surfgarten-App“ der Deutschen Telekom oder die „Vodafone Child Protect App“ schützen zudem vor unerwünschten Webinhalten. Wichtig: Technische Hilfsmittel ergänzen eine aktive Medienerziehung, ersetzen sie aber nicht.

3. Daten schützen

Statusanzeige und Profilbild sind so auszuwählen, dass sie möglichst wenig über die eigene Person verraten, oder Sie verzichten ganz darauf. Zudem sollten diese Informationen nur Freunden angezeigt werden. Gerade die Handynummer nur an Leute geben, die man kennt und denen man vertraut.

4. Nutzungszeiten vereinbaren

Am besten vermitteln Eltern ihrem Kind, dass es nicht ständig erreichbar sein und auf jede Nachricht sofort antworten muss. Nachrichtensignale sind lieber auszuschalten oder lautlos zu stellen. Gerade beim Essen oder bei den Hausaufgaben hilft eine Handypause. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass das gleißende Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen ist das Handy daher am besten ganz aus der Hand zu legen.

5. Inhalte melden und Störer blockieren

Kinder sollten lieber nicht auf Nachrichten von unbekannten Kontakten reagieren und den Absender blockieren. Eltern sollten mit ihrem Kind vereinbaren, dass es keine unpassenden Texte, Bilder oder Clips verschickt und dass es sich mitteilt, wenn es unangenehme Nachrichten erhält, ohne ein Chat- oder Handyverbot fürchten zu müssen. Eltern können diese Inhalte per Screenshot sichern und dem Betreiber, Beschwerdestellen oder bei schwereren Fällen auch der Polizei melden.

Weitere Informationen erhalten Eltern auf www.schau-hin.info im Bereich „Mobile Geräte“. Tipps zu Apps bietet auch www.handysektor.de. Beratung und die Möglichkeit, Verstöße zu melden, erhalten Kinder und Eltern unter www.I-KiZ.de, www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de, www.polizei-beratung.de sowie bei www.nummergegenkummer.de.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern Interviewpartner zu dem Thema.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

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