18.06.2015

Musikspaß im Sommer: Auf legale, altersgerechte Angebote achten

Gerade zur Urlaubszeit laden sich viele Kinder Musik auf ihr Smartphone oder ihren MP3-Player. Das kann rechtliche Konsequenzen haben, wie das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofs zeigt. SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern fünf Tipps zum Umgang mit Urheberrechten, etwa ihr Kind über Risiken aufzuklären und auf legale Angebote zu achten.

Die neusten Songs sind im Internet nur ein paar Klicks entfernt. Auch viele Kinder nutzen Streaming- und Downloadportale sowie Tauschbörsen für ihre Sommer-Playlist. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun Eltern zu Schadensersatz und Abmahnkosten verurteilt, da sie ihre Kinder nicht darüber belehrt haben, dass bestimmte Downloads illegal sind. „Es ist wichtig, dass Eltern über Urheberrechte aufklären und sich anschauen, woher ihr Kind die Musik bezieht. Anmeldungen und Downloads sind bei Kindern bis zwölf Jahren Elternsache“, sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Auf Risiken hinweisen

Wichtig ist, Kindern deutlich zu machen, dass Tauschbörsen meist illegal sind. Zum einen weil keine Lizenz für die Nutzung vorliegt. Zum anderen weil Nutzer die Titel nicht nur herunterladen, sondern auch anderen zur bereitstellen. Beim Streamen werden sie nur zwischengespeichert. Doch können ungeachtet der Nutzungsart bei unseriösen Angeboten ungeeignete Inhalte, Kosten- und Datenfallen sowie Viren drohen. Anhaltspunkte bietet ein Blick in das Impressum und auf die Domainendung. Oft sind bedenkliche Seiten in Ländern wie Tonga (.to) registriert, die Urheberrechte missachten.

Regeln vereinbaren

Auf diese Risiken können Eltern im Gespräch mit ihrem Kind hinweisen, Regeln beschließen und diese in einer Internetvereinbarung festhalten. Vorlagen finden sie auf mediennutzungsvertrag.de. Jugendliche können sich auch bei speziell für sie geschriebenen Ratgeberseiten wie auf watchyourweb.de unter „Themen“ im Bereich „Urheberrecht“ selbst informieren. 

Geräte und Angebote sichern

Bei jüngeren Kindern bis zwölf Jahren ist es ratsam, dass Eltern über Einstellungen im Nutzerkonto des Browsers oder Betriebssystems Anmeldungen und Downloads unterbinden. Auch manche Angebote wie der „iTunes-Store“ oder „Google Play Music“ bieten die Möglichkeit, in den Einstellungen den Zugang einzuschränken. Um Kosten zu begrenzen, können Eltern ihrem jüngeren Kind ein Guthaben über Geschenkkarten bereitstellen. Diese können sie zusammen einlösen und ihrem Kind die Funktionen erklären. Ratsam sind auch Einstellungen am Gerät oder im Betriebssystem, SCHAU HIN! bietet dazu Anleitungen auf www.schau-hin.info/sicherheit.

Alternativen prüfen

Möchten jüngere Kinder Musik selbst kreieren, können sie dazu Kinderseiten wie audiyou.de nutzen. Alternativen für Jugendliche sind Musikcommunitys wie „SoundCloud“, wo Produzenten eigene Musik umsonst anbieten. Bei Portalen wie „Spotify“ können Nutzer ein Abonnement abschließen oder Titel kostenlos, aber dafür meist mit Werbeeinblendungen, streamen. Doch sind diese Angebote laut eigenen AGBs erst ab 18 Jahren, bei Zustimmung der Eltern ab 13 bzw. 14 Jahren, zugelassen. Auch das Mitschneiden von Streams über Konverter ist erlaubt: Diese wandeln Musik etwa in MP3-Dateien um. Das ist unbedenklich, wenn es nur für den eigenen Gebrauch bestimmt ist und die Datei mit einer so genannten Creative-Commons-Lizenz gekennzeichnet ist. Am besten schauen sich Eltern diese Angebote mit ihrem Kind an und informieren sich darüber bei Ratgebern wie www.irights.info.

An Verbraucherzentrale wenden

Die Verbraucherzentrale vor Ort weiß bei konkreten rechtlichen Problemen Rat. Informieren können sich Eltern auch über die Website www.surfer-haben-rechte.de von der Verbraucherzentrale Bundesverband.

5 Tipps zum Urheberrecht

1. Auf Risiken hinweisen
2. Regeln vereinbaren
3. Geräte und Angebote sichern
4. Alternativen prüfen
5. An Verbraucherzentrale wenden

Weitere Informationen finden Eltern auf www.schau-hin.info.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

SCHAU HIN!
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Karsten Neumann
Telefon: 030 52 68 52-132 | Telefax: -222
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