05.02.2014

Rollenbilder und Realität - Kinder mit Castingshows nicht alleine lassen

Wenn am Donnerstag (6. Februar) die neunte Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ startet, werden auch wieder zahlreiche Heranwachsende vor dem Bildschirm sitzen. Gerade ältere Kinder und Jugendliche sind fasziniert, wenn junge Menschen im Rampenlicht stehen. Eltern allerdings sind sich oft unsicher, ob Castingshows für ihren Nachwuchs geeignet sind. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, Castingshows nicht grundsätzlich zu verbieten, sondern sie gemeinsam mit ihren Kindern anzuschauen und darüber zu sprechen.

„Unabhängig in welchem Alter sich Kinder Castingshows wie ‚Germany’s Next Topmodel’ anschauen, eine Unterstützung und Begleitung der Eltern ist immer wichtig“, sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Denn gerade Kindern ist selten bewusst, dass es sich hierbei um Unterhaltung handelt – und nicht um die Wirklichkeit. Sinnvoll ist es daher, zumindest einige Folgen zusammen mit dem Kind zu schauen. Das hilft Eltern, die Begeisterung ihres Nachwuchses für das Format zu verstehen. Gleichzeitig können Eltern klar zu den gezeigten Rollenbilder Stellung beziehen: Menschen dürfen nicht nur auf ihr Äußeres reduziert werden. Dies gilt es Kindern zu vermitteln.

Insbesondere die in Castingshows wie „Germany’s Next Topmodel“ vertretenen Schönheitsideale sind vielen Eltern ein Dorn im Auge. Deshalb ist es wichtig, mit dem Kind darüber zu sprechen, was ihm daran gefällt und ob es sich vielleicht in seinem Körper unwohl fühlt. Vor allem in der Pubertät ist dabei Sensibilität gefragt und Eltern sollten nicht enttäuscht reagieren, wenn sie darauf nicht sofort eine Antwort erhalten. Hier gilt es, Geduld zu haben und zuzuhören, wann das Kind bereit ist, darüber zu sprechen.

Oft werden in den Castingshows Kandidaten bloß gestellt und lächerlich gemacht. Solche Situationen sind ein guter Anknüpfungspunkt für ein Gespräch. Denn Kinder wollen selbst nicht in eine solche Situation geraten. Eltern können erklären, dass Respekt und Toleranz nur derjenige erfährt, der auch entsprechend handelt. Jurymitglieder oder Kandidaten, die andere abwerten, sind keine Vorbilder für Kinder.

Dabei gibt es Alternativen zu herkömmlichen Casting-Shows wie die Sendung „Dein Song“ auf KiKa, bei dem der Songwriter des Jahres gesucht wird. Die sechste Staffel startet am 10. März 2014. Weitere Informationen zum Umgang mit Castingshows erhalten Eltern auf der SCHAU HIN!-Website unter www.schau-hin.info in der Rubrik „TV, Film & Mehr“.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Projektbüro “SCHAU HIN!”
Karsten Neumann
Telefon: 030 52 68 52-132 | Telefax: -222
presse@schau-hin.info | www.schau-hin.info

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern Interviewpartner.

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