19.04.2018

Instagram: Das problematische Streben nach Perfektion

Foto

Der perfekte Körper, gehüllt in die neueste Mode. Ein Sixpack, stolz präsentiert am Strand. Solche Motive finden sich im Foto-Netzwerk Instagram überall. Instagram ist bei Jugendlichen neben Snapchat besonders beliebt – Tendenz steigend. Besonders für jüngere Nutzerinnen und Nutzer birgt die Foto-App aber auch Risiken. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ sieht die Inszenierung möglichst „makelloser“ Körper problematisch, da dies zu einer geringeren Wertschätzung der eigenen Person führen kann.

„Stärken Eltern das Selbstvertrauen des Kindes, kann es sich leichter von gefährdenden Inhalten und falschen Vorbildern distanzieren“, sagt Iren Schulz, Mediencoach bei SCHAU HIN!. Denn das eigene Körperbild trägt entscheidend dazu bei, wie Kinder mediale Einflüsse aufnehmen und verarbeiten. „Mit einem gesunden Selbstvertrauen beeinflussen die Bilder anderer Personen mit einem vermeintlich schöneren Körper deutlich weniger.“ Gleichzeitig ist es sinnvoll, Kinder über die Möglichkeiten von Fotomanipulationen aufzuklären. Die Bilder, die sie selbst aufnehmen, sind nicht vergleichbar mit den vermeintlichen Schnappschüssen der Prominenten, die oft gestellt und nachträglich von Profis bearbeitet worden sind.

Für Kinder sind Soziale Netzwerke wie Instagram offiziell nicht erlaubt, eine Anmeldung bei Instagram ist zum Beispiel erst ab 13 Jahre gestattet. „Bei älteren wie jüngeren Kindern sollten Eltern und Erziehende beim gemeinsamen Medienkonsum Schönheitsideale besprechen. Die Diskussion darüber, wie zum Beispiel Männer und Frauen oftmals überkommene Rollenbilder bei Instagram einnehmen, hilft, die Inszenierung besser zu verstehen“, so Schulz. Das gilt nicht nur für Instagram, sondern auch für TV-Formate wie zum Beispiel „Germany’s Next Topmodel“.

Die wichtigsten Tipps für Eltern beim Umgang mit Instagram:

  • Sicherheit prüfen: Mit dem Kind gemeinsam das Benutzerkonto anlegen und die Sicherheitseinstellungen prüfen. Eine Anleitung dazu gibt es bei klicksafe. Der Kompass Social Media zeigt mit einem Ampelsystem, wie Instagram bei Datenschutz, Meldesystem und Einstellungen aufgestellt ist.
  • Regeln vereinbaren: Klare Regeln vereinbaren, was gepostet wird und was nicht. Dies betrifft sowohl eigene Bilder als auch Familienfotos.
  • Risiken benennen: Über möglichen Gefahren durch unüberlegtes Posten sprechen, damit das Kind die Verhaltensregeln auch nachvollziehen kann. Dazu gehört auch das Thema Cybermobbing, wenn andere ein Posting des Nachwuchses verhöhnen. 
  • Gesehenes besprechen: Instagram-Beiträge auch mit den Kindern gemeinsam anschauen und eigene Haltung verdeutlichen. Den Unterschied zwischen Inszenierung und Realität aufzeigen und Kinder auf positive Gegenbewegungen hinweisen, die sich unter Hashtags wie #bodypositivity und #skinpositivity formieren.
  • Reflektion anregen: Wie kalkuliert entsteht ein Schnappschuss bei Stars wirklich? Nachvollziehbare Informationen zu Inszenierungen, digitaler Bildbearbeitung und Produktplatzierungen helfen Kindern bei der Einordnung der Fotos.

Mehr Tipps zum Umgang mit Instagram finden Sie auf der Internetseite www.schau-hin.info, unter anderem zu Rollenbildern und zu dem Netzwerk allgemein.

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln gern Interviewpartner zu diesem Thema.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

PM SCHAU HIN!_Instagram (201 KB)