10.03.2014

Filme sind wichtig bei der Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen

Studie „Medienkompetenz und Jugendschutz IV“ zur Wirkung von Filmen vorgestellt

Wiesbaden. „Filme haben eine herausragend identitätsstiftende Funktion für 12- bis 15-Jährige und leisten einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie können helfen, Aggressionen und Ängste zu überwinden, Verständnis zu vermitteln und Kompromisse zu finden. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass Jugendliche lernen, sich vor Inhalten zu schützen, die ihnen schaden könnten“, erklärte Irene Alt, Kinder- und Jugendministerin des Landes Rheinland-Pfalz. Das zeige die Studie „Medienkompetenz und Jugendschutz IV“, die am heutigen Montag in Wiesbaden vorgestellt wurde. Die mit 517 beteiligten Schülerinnen und Schülern bis dato umfangreichste Untersuchung zur Wirkung von Kinofilmen wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Kooperation mit dem Jugendministerium Rheinland-Pfalz durchgeführt. Dieses ist beim gesetzlichen Jugendschutz im Bereich Film federführend für alle Bundesländer.

„Über ihre Hauptaufgabe hinaus – der gesetzlichen Alterskennzeichnung von Filmen – beschäftigt sich die FSK intensiv mit der Wirkung von Filmen auf Kinder und Jugendliche. Die seit 2003 laufende Studienreihe, an der inzwischen 1.700 Mädchen und Jungen aller Schularten und unterschiedlichen Alters teilgenommen haben, begleitet die tägliche Prüfarbeit in den FSK-Ausschüssen. Denn nicht nur die filmischen Inhalte ändern sich, sondern auch die Kompetenzen von Heranwachsenden“, so Birgit Goehlnich, Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK.

Untersucht wurde die Wirkung von vier Kinofilmen mit einer FSK Freigabe ab 12 Jahren: der Science-Fiction-Blockbuster DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES, das Neonazi-Drama KRIEGERIN, die Tragikomödie DIRTY GIRL und der Superheldenfilm CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG?.

„Üblicherweise wird im Jugendmedienschutz danach gefragt, welche Beeinträchtigungen die Rezeption eines Filmes für Jugendliche mit sich bringt. Wir fragen danach: Inwieweit helfen Kinofilme Jugendlichen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und der Lösung von Identitätskonflikten? Die Studie belegt eindeutig und klar, dass Filme identitätsstiftend wirken. Herausragende Resultate sind der Abbau von Vorurteilen, die Flexibilisierung der Geschlechtsrolleninterpretation sowie die alle Gruppen umgreifende kosmopolitische Überformung jeglicher Gruppenidentität“, so Prof. Dr. Jürgen Grimm, Kommunikationswissenschaftler (Universität Wien), der die Studie wissenschaftlich geleitet hat.

„Kinder und Jugendliche können in Filmen sehr viel über sich und andere, über die eigene und über fremde Kulturen erfahren. Dass die Studie eine sogar empirisch messbare Zunahme an Weltläufigkeit konstatiert, finden wir bemerkenswert; als Filmliebhaber erstaunt uns das aber gar nicht so sehr“, so Johannes Klingsporn, Jugendschutzbeauftragter der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) und Geschäftsführer des SPIO-Mitgliedsverbandes Verband der Filmverleiher (VdF).

„Eine besondere Praxisrelevanz haben die Ergebnisse der Studie für die Arbeit der FSK. Die Rückbindung der Altersfreigabe-Entscheidungen an die Befindlichkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ist zentral für einen zeitgemäßen und transparenten Jugendschutz“, so Stefan Linz, Sprecher der Film‐ und Videowirtschaft bei der FSK.

Publikation „Medienkompetenz und Jugendschutz IV“ erhältlich

Herausgeber der Studie „Medienkompetenz und Jugendschutz IV. Körper, Geschlecht und soziale Identität – Welche Rolle spielen Filme bei der Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen?“ sind das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz, der Ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH. Die 84-seitige Publikation enthält Grußworte von Irene Alt und Manuela Stehr sowie Beiträge von Bernhard Bauser, Wilfried Berauer, Birgit Goehlnich, Jürgen Grimm, Arndt Klingelhöfer, Marc Liesching, Stefan Linz, Gudrun Marci-Boehncke, Sabina Misoch, Norbert Neuß, Petra Schwarzweller und Freya Weidenbacher.

Die begleitende DVD bietet eine knapp 20-minütige Dokumentation sowie Interviews mit Projektpartnern, Aussagen der beteiligten Jugendlichen sowie Informationen zu den Filmen.

Die Broschüre ist kostenfrei bei der FSK GmbH zu erhalten (kempenich@spio-fsk.de).

Veröffentlicht wird die Studie zudem auf www.medienkompetenz-jugendschutz.de sowie den Internetseiten der Partner: www.fsk.de und www.mifkjf.rlp.de.

Sendefähiges Videomaterial aus der DVD erhalten Sie unter folgendem Link http://spio-fsk.de/download/Pressevideos.zip.

Pressebüro Martin im Auftrag der FSK

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