12.03.2014

Tablet statt Bilderbuch: Welche Apps sind kindgerecht?

Auch für Kinder werden vermehrt Inhalte für Tablets und Smartphones angeboten. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien empfiehlt die Nutzung mobiler Medien ab drei Jahren sowie in steter Begleitung der Eltern und erklärt, welche Inhalte kindgerecht sind.

Die Leipziger Buchmesse vom 13. bis 16. März 2014 zeigt: Digitale Angebote für Kinder nehmen rasant zu. Viele Verlage bieten bereits entsprechende Programme an mit Features wie Animationen, Geräuschen, Spielen, Rätsel und Puzzles. So üben Tablets oft schon auf die Jüngsten eine große Faszination aus, zumal sie mit intuitiven Handbewegungen leicht bedienbar sind. Doch generell gilt: „Smartphones und Tablets sind aufgrund ihrer Mehrfunktionalität keine Einstiegsgeräte für den eigenständigen Gebrauch“, betont Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Zuvor müssten Kinder eine gewisse persönliche Reife und grundlegende Kompetenzen wie Lesen und Schreiben mitbringen sowie die einzelnen Funktionen erst anhand der Geräte der Eltern in deren Begleitung erlernen. „Kinder unter drei Jahren sollten generell noch kein mobiles Gerät in die Hand bekommen, da sie die schnellen und oft lauten Anwendungen überfordern können. In diesem Alter ist es wichtiger, erst einmal die reale Welt zu erkunden“, so Kristin Langer.

Verständlicher Aufbau, kindgerechte Inhalte und Lerneffekt

Für Kindergartenkinder und Grundschüler gibt es zum gemeinsamen Entdecken eine große Auswahl an Lern- und Spiele-Apps, die altersgerecht aufbereitet sind und spielerisch beim Lesen, Schreiben oder Rechnen unterstützen. “Gute Apps für Kinder sind einfach aufgebaut, wirken nicht überladen, enthalten keine Gewalt oder Werbung und haben einen Lerneffekt. Am besten machen sich Eltern ein eigenes Bild von dem Programm, spielen es gemeinsam mit ihrem Kind, beobachten dessen Reaktion und entscheiden daraufhin“, empfiehlt Kristin Langer. Grundsätzlich ist die Installation von Apps Aufgabe der Eltern. App-Shops sind für Kinder ungeeignet, da sie mit Angeboten konfrontiert werden, deren Inhalte sie beeinträchtigen können. Um die Geräte kindersicher zu machen, sollten Eltern Sicherheitseinstellungen aktivieren, den Zugang zum eigenen Konto im App-Shop sperren und technische Jugendschutz-Angebote nutzen. So wird vermieden, dass Kinder Apps und Internetseiten öffnen, die nicht für sie geeignet sind. Von großer Bedeutung ist es, dass auch andere Aktivitäten ihren festen Platz im Familienalltag finden. Denn die digitale Welt kann das Spielen im Garten und auf dem Spielplatz, Treffen mit Freunden oder das gemeinsame (Vor-)Lesen nicht ersetzen.

Empfehlungen beachten und Jugendschutzprogramme aktivieren

klick-tipps.net, „Handysektor“ und Stiftung Lesen empfehlen geeignete Kinder(buch)apps, die neben Tipps zu Sicherheitseinstellungen für portable Geräte im Bereich „Mobile Geräte“ auf der Website von „SCHAU HIN!“ (www.schau-hin.info/medien/mobile-geraete) zu finden sind. Zudem veröffentlicht „SCHAU HIN!“ im April eine Broschüre zum kindgerechten Umgang mit mobilen Geräten, die Interessierte unter service@schau-hin.info vorbestellen können.

Weitere Tipps und Hinweise

Zu empfehlen sind folgende kostenlose Jugendschutz-Apps: „Meine-Startseite“, die App des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet auf Basis des „KinderServers“ einen großen Surfraum geprüfter Kinderseiten von fragFINN, Blinde Kuh und Seitenstark sowie gekennzeichnete Webseiten bis 12 Jahre. Mit der Vodafone Child Protect App können Eltern ihre Kinder vor unerwünschten Anrufen, Nachrichten und Webinhalten über ein integriertes Jugendschutzprogramm schützen. Je nach voreingestelltem Alter werden damit nur Internetseiten angezeigt, die für das Kind unbedenklich sind. Darüber hinaus können je nach Alter des Kindes auch weitere Handyfunktionen wie Kamera, Bluetooth oder einzelne Apps separat ausgeschaltet werden. Es gibt zudem die Möglichkeit, Zeitkorridore für die Nutzung bestimmter Anwendungen festzulegen.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programm-zeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Projektbüro “SCHAU HIN!” | Karsten Neumann
Telefon: 030 52 68 52-132 | Telefax: -222
presse@schau-hin.info | www.schau-hin.info

Anmerkung für Redaktionen: Wir vermitteln auch gern ein Interview zu diesem Thema.

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