28.01.2020

Besserer Schutz von Kindern in Social Media nötig

Populäre Dienste bergen viele Risiken | Anbieter berücksichtigen Schutzbedürfnisse von Kindern nicht | Lagebericht „Kinder im Netz“ von jugendschutz.net veröffentlicht

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Mainz/Berlin. Belästigung, Mobbing, Kostenfallen: Kinder sind im Internet vielen Risiken ausgesetzt. Kaum ein in der Altersgruppe populäres Angebot bietet ausreichenden Schutz. Auch gibt es keine altersgerechten Alternativen zu beliebten Erwachsenenangeboten. Dies sind zentrale Ergebnisse des Lageberichts „Kinder im Netz“ von jugendschutz.net, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet.

„Spiele-Apps und Social Media sind bei Kindern beliebt. Die Angebote können von ihnen jedoch nicht unbeschwert genutzt werden. Denn es finden sich dort immer wieder Beiträge, die sie verstören oder ihre Unerfahrenheit ausnutzen“, so Stefan Glaser, Leiter von jugendschutz.net. „Kaum ein Betreiber hat ausreichende Maßnahmen implementiert, damit sich Kinder in seinem Dienst sicher bewegen können.“

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Kinder müssen im Netz besser geschützt werden. Das zeigt der Bericht von jugendschutz.net sehr deutlich. Es kann nicht sein, dass Anbieter keine Sicherheitsvorkehrungen treffen und Kinder dann schutzlos den Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt sind, die es im Internet gibt – seien es sexuelle Belästigungen, Drohungen, Einschüchterungen oder finanzielle Abzocke. Es ist Zeit, den veralteten Jugendmedienschutz ins digitale Zeitalter zu bringen. Mit unserem neuen Jugendmedienschutzgesetz werden wir Anbieter zur Vorsorge verpflichten - zum Beispiel um zu verhindern, dass Kinder einfach von fremden Erwachsenen angechattet werden können. Für Eltern werden wir klare Alterskennzeichen einführen und die neuen Regelungen auch gegenüber ausländischen Anbietern durchsetzen. Wir gehen gerne mit den Anbietern in einen Dialog, aber wer sich weigert Vorkehrungen zu treffen, muss mit erheblichen Geldstrafen rechnen.“

Der Bericht von jugendschutz.net zeigt, dass in populären und von Kindern genutzten Angeboten umfassende Sicherheitskonzepte fehlen. Anbieter führen keine wirksamen Altersprüfungen durch. Meldemöglichkeiten sind umständlich zu handhaben und ineffektiv. Kinder-Accounts mit vorkonfigurierten Schutzeinstellungen fehlen gänzlich.

Der Lagebericht „Kinder im Netz“ von jugendschutz.net steht zum Download bereit unter: http://www.jugendschutz.net/pdf/Bericht_2019_Kinder_im_Netz.pdf.

Über jugendschutz.net
jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Jugendministerien haben die Stelle 1997 gegründet. Sie ist seit 2003 an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden, um eine einheitliche Aufsicht über Rundfunk und Internet zu gewährleisten. Die Arbeit von jugendschutz.net wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP).

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