Aktiv interaktiv - das Internet gestalterisch kennenlernen

Die mediale Gestaltung von Internetthemen

Beschreibung

Das Internet gehört heute zum erweiterten sozialen Raum. Für jüngere Menschen zählt es schon längst zum Lebensalltag, sei es zur Unterhaltung, Information, Kommunikation, Vernetzung oder auch zum Ausleben gestalterischer Möglichkeiten.

Auch die ältere Generation macht es sich mehr und mehr zu eigen. Das Internet in seiner technischen und inhaltlichen Komplexität und Verzahnung zu verstehen, ist eine Herausforderung. Doch ausgestattet mit Wissen um Entstehung, Funktionsweise, Aufbau und gesellschaftliche Einbettung können Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt werden, die eine aktive, sichere und selbstbestimmte Nutzung zulassen.

Das Angebot knüpft hier an. Die Teilnehmenden eignen sich auf aktive Art und Weise theoretisches und praktisches Wissen an. Sie lernen das Internet kennen, sammeln Erfahrungen im Umgang damit sowie mit dem Computer, Tablet oder Smartphone. Sie beschäftigen sich mit der Suche nach relevanten Informationen, Möglichkeiten der Kommunikation über ➔ Weblogs und ➔ Foren, Grundlagen des Datenschutzes, sie testen die eigene Kreativität, eigenes Wissen und eigene Fähigkeiten. 

Ziele

  • Kennenlernen und Einsetzen medialer Gestaltungsgrundlagen
  • Merkmale der Medienprodukte bestimmen lernen und für die eigene Produktion berücksichtigen
  • Medienproduktion als planvollen Prozess kennen und einschätzen lernen
  • Lernen, Medientechnik zielgerichtet auszuwählen und für die Gestaltung einzusetzen
  • Medien als Kommunikations- und Ausdrucksmittel kennen und anwenden
  • Kennenlernen, Analysieren und Erproben verschiedener Gestaltungsvarianten
  • Kritische Reflexion der eigenen und fremden Mediennutzung
  • Medienproduktion und Veröffentlichung als planvollen Prozess kennen und einschätzen lernen
  • Bewusstwerden der Möglichkeit, die Mediengesellschaft mitzugestalten
  • Förderung sozialer Kompetenzen 

Medien | Medieninhalte

Internet, „soziale Netzwerke“, Internetportale (YouTube, MyVideo, Foren, Blogs und Nachrichtenseiten) 

Teilnehmerzahl | Begleitung

15 Teilnehmerinnen/Teilnehmer | 2 Medienpädagoginnen/-pädagogen

Ablaufform und -dauer

5 Workshops á 3,5 h

Sozialform(en)

Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit

Methode(n)

➔ Medientorte, Vortrag, offene Gesprächsrunden, Expertengruppen, ➔ Blitzlichtgespräch, ➔ Handout

Ablaufskizze

Workshop 1 – Einführung: Das Internet (ca. 3,5 h)

Einführung

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden das Vorhaben, dessen Inhalte, Arbeitsschritte und Methoden vorgestellt. In einer Gesprächsrunde berichten alle Beteiligten von ihren bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Internet, YouTube, „sozialen Netzwerken“ und anderen Internetportalen. Um über die individuelle Mediennutzung ins Gespräch zu kommen, eignet sich die Methode ➔ Medientorte. Die Ergebnisse hieraus werden besprochen und diskutiert. Die Teilnehmenden sollen angeregt werden, den Stellenwert von Medien in ihrem Leben zu bestimmen. Die Erwartungen aller Beteiligten werden benannt, und es wird eine Kenntnisabfrage zum Umgang mit PC, Smartphone, Tablet und Internet vorgenommen.

Was ist das Internet?

Zu Beginn werden die Kenntnisstände der Teilnehmenden zum Thema „Internet“ erfasst. Alle Beteiligten tauschen sich darüber aus, was sie über das Internet wissen. Als Einstieg eignet sich die Methode ➔ Blitzlichtgespräch. Zudem können folgende Fragen diskutiert werden:

  • Welche grundsätzlichen Gedanken beschäftigen Sie, wenn Sie sich mit dem Thema „Internet/Vernetzung“ auseinandersetzen?
  • Welche Nutzungsgewohnheiten und -motive bringen Sie mit?
  • Gibt es Anwendungen, die Sie bereits regelmäßig nutzen? Warum bevorzugen Sie das Internet an dieser Stelle?
  • Gibt es Anwendungen, von denen Sie wissen, die Sie aber bisher meiden? Aus welchem Grund?
  • Was erwarten Sie von dem Kurs?

Mithilfe eines Vortrages vermitteln die Workshop-Verantwortlichen anschaulich relevante Informationen entsprechend der Vorkenntnisse, Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden. Neben einem kurzen Verweis auf die Entstehungsgeschichte des Internets und die Entwicklung der Internetnutzung bis heute sollte ein Blick auf die bunte Vielfalt der Inhalte, Ausdrucksformen und Anwendungen geworfen werden. Anzusprechen sind rechtliche Aspekte, Gefahren und Risiken und die gesellschaftlichen Auswirkungen, die die zunehmende Vernetzung mit sich bringt. Im Anschluss werden elementare Grundlagen der Nutzung gezeigt, die für die folgenden Aufgaben benötigt werden.

Zu klärende Aspekte:

  • Was ist ein ➔ Browser?
  • Wie suche ich zielgerichtet?
  • Was ist ein ➔ Link?
  • Wie kopiere ich die Adresse einer Webseite in ein Dokument?

Die Teilnehmenden bilden nun Gruppen, die sich jeweils zu unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten informieren. Die Gruppen können sich beispielsweise jeweils mit einem der folgenden Themen befassen:

  • Einkaufen
  • Informationen zu einem speziellen Thema suchen (Gesundheit, Hobby)
  • Aktuelle Informationen suchen (Nachrichten, Wetter, Veranstaltungen der Region)
  • Eine Reise planen
  • Bankgeschäfte erledigen
  • Sich unterhalten (Film, Musik, Literatur)
  • Kommunizieren

Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden digital festgehalten, einzelne Seiten vorgestellt. Je nach Vorkenntnissen geschieht dies in einer Präsentation oder in einem Word-Dokument.

Auswertung und Reflexion

Nun stellen die Teilnehmenden den anderen Gruppen die Ergebnisse der Recherche vor. In einer abschließenden Runde wird diskutiert, welche der vorgestellten Inhalte die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer künftig nutzen möchten. Daran orientieren sich die Inhalte der nächsten Workshops.

Workshop 2 – Kennenlernen von Präsentationsformen (ca. 3,5 h)

Gruppenarbeit

Die Teilnehmenden bekommen Zeit für eine persönliche Reflexion (anhand ihrer Notizen aus dem ersten Workshop) sowie die Möglichkeit, offene Fragen zu klären. Da aus der Auseinandersetzung mit dem Internet ein mediales Produkt entstehen soll, ist es nun notwendig, sich mit Präsentationsformen zu beschäftigen. Je nach Interessen und Vorkenntnissen kommen eine PowerPoint-Präsentation, ein Video (aufgenommen mit Smartphone, Tablet oder Digitalkamera), ein Blog oder ein Hörbeitrag infrage. Je nach gewähltem medialen Produkt finden sich die Teilnehmenden in Gruppen zusammen, um sich unter fachkundiger Anleitung mit der gewählten Präsentationsform vertraut zu machen. Für das Thema „Video“ eignen sich auch Elemente des Angebotes „Do it yourself – YouTube-Videos“. Hinweise zur Erstellung von Blogs sind im Angebot „Heute schon gebloggt?“ zu finden, und mit Hörbeiträgen befasst sich das Angebot „Hört mein Leben – Podcasts als Memoiren“. Das Übungsprodukt sollte sich nicht mit neu zu recherchierenden Inhalten befassen. Es kann auf die Ergebnisse des ersten Workshops zurückgegriffen werden, oder die Teilnehmenden stellen sich zunächst selbst vor. 

Auswertung und Reflexion

Eine Nachbesprechung zu den Präsentationsformen, bei der auf Wunsch der Teilnehmenden die Übungsprodukte gezeigt und diskutiert werden können, und ein Ausblick auf den nächsten Workshop beenden die Einheit. Die Teilnehmenden bekommen an dieser Stelle die Gelegenheit für ergänzende Fragen, können aber auch über ihre Erfahrungen mit den vermutlich neuen Formen der Präsentation sprechen.

Workshop 3 – Recherche und Aufbereitung der Ergebnisse (3,5 h)

Recherche

Zu Beginn werden in der Zwischenzeit aufgetretene Fragen geklärt, und es wird noch einmal auf den ersten Workshop zurückgeblickt, in dessen Ergebnis die Teilnehmenden diskutiert haben, welche Anwendungen im Internet sie künftig nutzen möchten. Mit einer dieser Anwendungen befassen sich nun alle in Einzelarbeit genauer und dokumentieren ihre Ergebnisse. Dabei werden nicht nur Fakten zu den Themen erarbeitet, sondern überraschende Erkenntnisse, Hürden, überwundene Schwierigkeiten und nicht lösbar scheinende Fragen notiert. Schritt-für-Schritt-Anleitungen, beispielsweise für eine Anmeldung, ergänzen die Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Teilnehmenden behalten die geplante Umsetzung dabei im Blick und können erste Elemente dafür herstellen. Möglich ist die Zusammenarbeit zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die das gleiche Thema bearbeiten, auch wenn sie ein anderes Produkt planen.

Zusammenfassen der Ergebnisse in den Gruppen

Jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer stellt die Ergebnisse der Recherche in der Gruppe vor, die Gruppe gibt Hinweise, so dass gegebenenfalls bis zum nächsten Workshop nachgearbeitet werden kann.

Reflexion

An dieser Stelle ist ein umfassender Rückblick auf die ersten Workshops nötig, damit die Durchführenden im Bedarfsfall eingreifen und den Zeitplan verändern können.

Workshop 4 – Thematische Gruppenarbeit (ca. 3,5 h)

Wiederholung

Der dritte Workshop, dessen Inhalte und wichtige Erkenntnisse werden wiederholt. Den Teilnehmenden werden die Arbeitsschritte und Methoden für den vierten Workshop vorgestellt. Offene Fragen und Probleme werden geklärt.

Erstellung des medialen Produktes

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nun Zeit und Möglichkeit, ihre gesammelten Informationen in ein mediales Produkt zu verwandeln. Hierfür stehen ihnen alle benötigten technischen Geräte und Programme zur Verfügung. Idealerweise werden eigene Geräte eingesetzt. Bestenfalls steht jeder Gruppe eine Begleitperson zur Verfügung, um Hilfestellung bei Problemen und technischen Schwierigkeiten zu geben. Wenn gewünscht, beteiligt sie sich aktiv am Gestaltungsprozess. Dabei sollte jedoch eine begleitende Haltung eingenommen werden.

Die Teilnehmenden verständigen sich in ihren Gruppen über den Aufbau ihres Produktes und legen sich auf ein gemeinsames Layout fest. Die einzelnen Elemente werden erstellt und zusammengeführt, wobei insbesondere bei der Verwendung von Bildern, Texten und Musik auf das Urheberrecht zu achten ist. Wichtige Aussagen können zusätzlich in einem ➔ Handout zusammengefasst werden.

Auswertung und Reflexion

In einer abschließenden Runde berichten die Teilnehmenden über ihre Erfahrun- gen, es wird über den Stand der Fertigstellung gesprochen und der Plan für den nächsten Workshop bekanntgegeben.

Workshop 5 – Produktpräsentation (ca. 3,5 h)

Begutachtung der medialen Produkte

Die Gruppen präsentieren ihre Produkte und erläutern die wichtigsten Aspekte ihres Themas. Sie berichten über ihre Vorgehensweise, die Aufgabenverteilung, Schwierigkeiten und Gelerntes. Anhand der Ausführungen und Handouts können nun Fragen von den anderen Gruppen gestellt werden. Jede Präsentation wird ausführlich nachbesprochen. Dabei erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Inhalten und Ideen und deren Umsetzung, wobei es nicht in erster Linie um eine Bewertung geht, sondern um die Beantwortung der Fragen: Sind die vorgestellten Angebote des Internets auch für mich interessant? Kann ich mir vorstellen, mich mit der gewählten Form der Präsentation näher zu beschäftigen?

Auswertung und Reflexion

Die Durchführenden fassen den gesamten Kurs aus ihrer Sicht zusammen. Sie wiederholen wichtige Details und reflektieren ihre Eindrücke. Sie geben weiterhin Anregungen für die Nutzung des Gelernten.
In Arbeitsgruppengesprächen lassen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Arbeit Revue passieren, benennen mögliche Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge. Dies kann von den Kursdurchführenden moderiert werden. Schließlich tauschen sich alle Beteiligten über die Bedenken, Erfahrungen und Erlebnisse des Projektes aus. 

Materialien und Technik

PC/Laptop mit Internetzugang, Lautsprecherboxen, Kabel, Tastatur, Maus, Schreibzubehör, Drucker/Kopierer/Scanner, Videobearbeitungsprogramme und -Apps, Audiobearbeitungsprogramme und -Apps, Aufnahmeprogramme und -Apps, Kamera, Smartphone, Tablet-PCs, Beamer, Projektionsfläche, Headset, Mikrofone 

Mögliche Ansprechpartner und Kontakte

Medienpädagoginnen und -pädagogen

Anregungen zum Angebot

Das Angebot ist für fünf Workshop-Tage konzipiert. Je nach Teilnehmenden und auftretenden Wünschen, Vorschlägen oder Schwierigkeiten kann es längerfristig angelegt werden. Denkbar ist zum Beispiel, dass die Teilnehmenden sich noch mit einer zweiten Präsentationsform befassen. Das Projekt kann generationenübergreifend stattfinden, beispielsweise mit den eigenen Kindern und Enkelkindern oder Schülerinnen und Schülern aus der Nachbarschaft. Ältere lernen so von Jüngeren und umgekehrt. 


Zurück