Do it yourself - YouTube-Videos

Eigene Filme produzieren und veröffentlichen

Beschreibung

Aufgrund ihrer Lebenserfahrung verfügen ältere Menschen über einen kostbaren Erfahrungsschatz, Wissen, das bestenfalls an Kinder und Enkelkinder weitergegeben wird.
Doch warum sollten diese Erfahrungswerte nicht auch einem breiteren Publikum vorgestellt werden? Im Zeitalter der digitalen Medien, insbesondere des Internets, gibt es viele Möglichkeiten, Erfahrungen mitzuteilen, Wissen zu vermitteln, zu speichern, sich darüber auszutauschen.

Neben unzähligen Internetportalen bietet sich das bekannte und beliebte Online-Videoportal YouTube an. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten hat es längst die junge Generation in den Bann gezogen. Es dient ihr als Unterhaltungs- und Wissensquelle, aber auch als Austausch- und Kommunikationsplattform, und die Vielfalt der Themen ist unerschöpflich.

In diesem Angebot lernt die ältere Generation das Online-Videoportal YouTube als Austauschplattform kennen und zu nutzen. Auf Basis des ihnen vertrauten Mediums Film gewinnen die Teilnehmenden Zugang zur Film-/Video-Produktion, zum Internet und damit zu YouTube. Sie erstellen eigene Filme, deren Inhalte sie selbst wählen, so dass sie damit bevorzugte Themen und Interessen kommunizieren können. Sie durchlaufen den Prozess einer Filmproduktion bis zur Online-Veröffentlichung und lernen verschiedene Kameratypen und benötigte Software kennen und zu nutzen. Die Teilnehmenden erlernen den Umgang mit unterschiedlichen Aufnahmetechniken und Anwendungen, machen sich aber auch mit gesetzlichen Regelungen und Bestimmungen vertraut, erleben Chancen und Grenzen des Mediums. 

Ziele

  • Medien als Gestaltungs-, Ausdrucks- und Kommunikationsmittel kennenlernen
  • Kennenlernen und einsetzen lernen der Gestaltungsgrundlagen von Medien
  • Entwickeln von Kriterien für die Bewertung von Medienproduktionen und Veröffentlichung und Anwenden dieser Kriterien
  • Medienproduktion und Veröffentlichung als planvollen Prozess kennen und einschätzen lernen
  • Kennenlernen, Analysieren und Erproben verschiedener Gestaltungsvarianten
  • Diskutieren verschiedener Medienprodukte und Veröffentlichungsformen
  • Bewusstwerden der Möglichkeit, die Mediengesellschaft mitzugestalten 

Medien | Medieninhalte

Computer bzw. Laptop, Smartphone, Tablet I Videobearbeitungsprogramme, Audiobearbeitungsprogramme, YouTube, Videos 

Teilnehmerzahl | Begleitung

8 Teilnehmerinnen/Teilnehmer | 2 Medienpädagoginnen/-pädagogen

Ablaufform und -dauer

Projekt | 7 Tage

Sozialform(en)

Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit

Methode(n)

Vorführungen, Präsentationen, Beratungsrunden, Gesprächsrunden

Ablaufskizze

Tag 1 – Vorstellung und Einführung (ca. 3 h)

Vorstellung und Erfahrungsaustausch

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden das Projekt, die einzelnen Arbeitsschritte und Methoden vorgestellt. Die Erfahrungen und Erwartungen aller Beteiligten werden abgefragt.

Mögliche Fragestellungen:

  • Haben Sie Erfahrungen in der Produktion von Filmen?
  • Welche Kameratypen (Digitalkamera, Camcorder, Smartphone- bzw. Tablet-Kamera) kennen Sie? Welche bevorzugen Sie gegebenenfalls?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Internet?
  • Welche gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz und zum Urheberrecht sind Ihnen bekannt?
  • Verfügen Sie über Erfahrungen mit der Online-Plattform YouTube?
  • Welche Hobbys und Interessen haben Sie? Welche Themen sind für Sie interessant?

Wichtige Aspekte werden zusammengefasst und notiert, insbesondere fehlende Erfahrungen und Informationen.

Sendeformate

Den Teilnehmenden werden verschiedene Filmformate und deren Charakteristi- ka sowie die Möglichkeiten des Filmens vorgestellt. Kenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmenden werden eingebunden. Es geht in diesem Schritt in erster Li- nie darum, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit der Technik ver- traut machen.

Mögliche Fragen:

  • Welche Sendeformate gibt es, welche Eigenschaften haben sie?
  • Welche Technik wird benötigt?
  • Welche Kameras können verwendet werden?
  • Welche Geräte (Smartphone, Tablet, usw.) stehen beispielsweise für das Aufnehmen zur Verfügung? Wie arbeitet man mit ihnen? 
  • Welche Schnittprogramme gibt es, welche Spezifika haben sie?

An dieser Stelle können Merkblätter erarbeitet oder ausgegeben werden, die sich mit den theoretischen Grundlagen des Filmens und Veröffentlichens befassen.

Auswertung und Reflexion

Der Workshop und daraus resultierende Erkenntnisse sowie offene Fragen werden ausgewertet und reflektiert. Zudem werden die Ziele der nächsten Projekttage besprochen.

Tag 2 – YouTube: Einführung (ca. 3,5 h)

Einführung

Nach einer kurzen Wiederholung des ersten Tages stellen die Durchführenden das Videoportal YouTube vor. Sie geben einen Überblick über die Menüführung, erklären die Suchfunktionen und verweisen auf den Datenschutz. Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Formate werden näher erläutert und Beispiele aus der „Do it yourself“-Sparte gezeigt. Dies geschieht unter einer größtmöglichen Beteiligung aller Teilnehmenden. Die Teilnehmenden nutzen den zweiten Teil des Tages, um sich mit dem Portal vertraut zu machen, sich anzumelden und sich vergleichend Videos anzusehen.

Auswertung und Reflexion

Der Workshop und daraus resultierende Erkenntnisse sowie offene Fragen werden reflektiert. Zudem werden die Ziele der nächsten Projekttage besprochen.

Tag 3 – Recht und Analyse (ca. 3,5 h)

Rechtliche Bestimmungen

Nach einer kurzen Wiederholung des zweiten Projekttages setzen sich die Beteiligten mit rechtlichen Fragen auseinander. An dieser Stelle wird auf die gesetzlichen Regelungen des Urheberrechts, das Recht am eigenen Bild und den Datenschutz eingegangen. Die Teilnehmenden nutzen zur Erkenntnisgewinnung auch die Informationen, die das Portal YouTube selbst bereitstellt.

Schau hin! – Analyse von YouTube-Videos

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer legen nun gemeinsam Themen für ihre Filme fest. Sie suchen nach Videos mit ähnlichen Inhalten und analysieren diese anhand eines vorgegebenen Leitfadens. Dies kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit erfolgen.

Die Videos werden nach Charakteristika und Besonderheiten betrachtet und ausgewertet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer achten beispielsweise auf Filmlänge, Ansprache der Zielgruppe, stilistische Mittel, Kameraführung, Sprache, Bildauswahl usw. Danach folgt eine Gesprächsrunde, deren Ergebnisse für alle sichtbar und schriftlich festgehalten werden. Ziele sind das Sammeln von Ideen für die eigenen Produktionen und das Vermeiden von Fehlern. 

Reflexion und Auswertung

Der Workshop wird von allen Beteiligten ausgewertet. Eine Gesprächsrunde ermöglicht den Austausch über neue Erfahrungen, die Beantwortung von Fragen und das Zusammenfassen von Ergebnissen. Wichtige Erkenntnisse werden schriftlich festgehalten.

Den Teilnehmenden wird anschließend der nächste Workshop vorgestellt. Sie werden dazu angehalten, sich Gedanken zu ihren Videos zu machen. Welches Thema wählen sie aus? Wie soll dieses umgesetzt werden? Welche persönlichen Hürden sehen sie? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, themenspezifisches Material mitzubringen.

Tage 4 bis 7 – Filmdrehen leichtgemacht (ca. 3,5 h pro Tag)

Für die Erstellung der YouTube-Beiträge sollten drei bis vier Tage eingeplant werden. Die tatsächliche Dauer richtet sich letztlich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Einstieg

Die Durchführenden wiederholen das Wesentliche der vergangenen Workshops. Sie stellen sich gegenseitig ihre Filmideen und erste Vorstellungen zur Umsetzung vor, geben Hinweise und klären offene Fragen.

Ideenfindung und Rollenverteilung

In Paar- oder Gruppenarbeit werden die zuvor gewählten Themen filmisch aufbereitet. Die Paar- bzw. Gruppenzusammensetzung ergibt sich aus den jeweiligen Themeninteressen, an denen gemeinsam gearbeitet wird. Die Gruppenmitglieder konkretisieren ihre Ideen und skizzieren den Ablauf für den eigenen Beitrag. Sie erstellen ein ➔ Storyboard und überarbeiten dieses in einer Schreibkonferenz mit einer anderen Gruppe.

Mögliche Leitfragen:

  • Was soll vermittelt werden?
  • Wer soll erreicht werden? Wie sollen die Adressaten angesprochen werden?
  • Welche Rollenverteilung ist notwendig, wer übernimmt welche Aufgaben?
  • Ist bereits genügend Wissen vorhanden oder bedarf es der Recherche?

 

Technik testen

Vor Beginn der eigentlichen Dreharbeit erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit der Technik vertraut zu machen. Je nach Interesse und Vorkenntnissen probieren sie die vorhandene Technik aus und üben beispielsweise die Einstellung von Perspektiven (Normal-, Frosch-, Vogelperspektive), die Kameraführung, die Lautstärkenregelung usw. Von Vorteil ist der Einsatz der eigenen Geräte (Handy/Smartphone bzw. Tablet-PC).

Unterstützung finden sie bei den Durchführenden oder auch anderen Teilnehmenden. 

Hinweis: Die am ersten Tag erarbeiteten oder ausgegebenen Merkblätter mit Arbeitsschritten und Hinweisen zu Technik und Programmen dienen als Informationsquelle. Je nach Bedarf können Hintergrundinformationen recherchiert bzw. im Gespräch geklärt werden. Das Portal YouTube bietet sich im Rahmen einer kritisch-reflexiven Auseinandersetzung auch selbst als Informationsquelle an.

Drehen

Entsprechend ihrer Themen und Ideen nehmen die Teilnehmenden jetzt ihre Filmszenen auf und speichern diese für den späteren Schnitt. Die Durchführenden begleiten sie dabei.

Zwischenpräsentation und Reflexion

Die ersten Ergebnisse können den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern präsentiert werden. Aufgetretene Probleme werden gelöst, Fragen beantwortet und Tipps gegeben. Die nächsten Schritte werden besprochen und gezeigt.

Bearbeiten, Schneiden und Hochladen

Die entstandenen Filme bzw. Szenen der letzten Sitzungen werden von den Teilnehmenden bearbeitet. Wenn gewünscht, werden die Beiträge mit Musik, Hintergrundgeräuschen, Bildern und Texten unterlegt, die Szenen geschnitten, Töne nachbearbeitet. Möglicherweise benötigen einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch Zeit für die Fertigstellung des Rohmaterials. Diese sollte ihnen eingeräumt werden.

Hinweis: Bei der Verwendung von Musik, Bildern und Texten müssen die urheberrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Präsentation und Veröffentlichung

Sind die Filme fertig erstellt, werden sie in der Gruppe präsentiert. Anschließend können sie, wenn gewünscht, auf YouTube hochgeladen und damit veröffentlicht werden.

Reflexion und Auswertung (ca. 1 h)

Alle Workshops werden noch einmal zusammenfassend ausgewertet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält die Möglichkeit, die persönlichen Erfahrungen zu reflektieren. Möglich wäre die Zusammenstellung eines ➔ Handouts, das auch online zur Verfügung gestellt wird. In diesem finden sich die verwendeten Merkblätter und wichtige Hinweise, die sich im Verlauf ergeben haben. 

Materialien und Technik

PC/Laptop, Smartphone und/oder Tablet mit Internetzugang, Kamera, Lautsprecherboxen, YouTube-Kanal, Videobearbeitungsprogramme und -Apps, Audiobearbeitungsprogramme und -Apps, Aufnahmeprogramme und -Apps, Beamer, Projektionsfläche, Präsentationsmaterial 

Mögliche Ansprechpartner und Kontakte

Medienpädagoginnen und -pädagogen


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