Klingeltöne – wie erstelle ich sie selbst, und wie bringe ich dies anderen bei?

Zusatzmaterial für Pädagogische Fachkräfte

Klingeltöne – wie erstelle ich sie selbst, und wie bringe ich dies anderen bei?

Sowohl die Teilnehmerzahl, die Dauer, die Methoden als auch das Material des Angebotes verstehen sich als Anregungen, die den jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort angepasst werden können. Sie sind nicht als strenge Vorgaben zu sehen.

Rahmenplanbezogene Lernchancen

Apps gehören für jugendliche Smartphone-Besitzer bereits zum Alltag. Zahlreiche Apps beziehen sich dabei auf musikalische Vorlieben. Beispielsweise werden Lieblingssongs oder Melodien gern als Klingeltöne genutzt. Gerade im Bereich Musik können Apps jedoch für Schülerinnen und Schüler leicht zur Kostenfalle werden. Das Projekt greift die musikalischen und medienspezifischen Vorlieben der Jugendlichen auf und bietet eine einfache Möglichkeit, auditive Medien selbst zu gestalten. Gleichzeitig wird ein reflektierter und kreativer Umgang mit Apps thematisiert. Das Projekt nimmt somit direkt Bezug auf den Rahmenplan Medienerziehung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dieser sieht vor, dass Medien sinnvoll ausgewählt, genutzt und selbstständig gestaltet werden sollen.26

Sich einen eigenen Klingelton zu erstellen, erfordert besondere Kenntnisse im Bereich Musik und in der Musikbearbeitung. Die im Projekt enthaltene Kombination aus Musik und App-Nutzung bietet dadurch direkte Anknüpfungspunkte zum Fach Musik. Der Rahmenplan Musik des Landes Mecklenburg-Vorpommerns sieht vor, neue Medien für das Fach zu nutzen, einen selbstbestimmten Umgang mit Musik zu fördern und deren Bedeutung in der Gesellschaft zu hinterfragen.27

Die soundtechnische Bearbeitung, die bei der Klingeltonerstellung notwendig ist, gehört zu den elementaren Gestaltungsmethoden neuer Medien. Die Erprobung solcher Fähigkeiten kann nicht nur in den Musik-, sondern auch in den Kunstunterricht einfließen. Der Rahmenplan Kunst und Gestaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler exemplarische Tätigkeiten aus der Medienproduktion kennenlernen und ihre Wirkung beurteilen können.28

Da Musik und Sounds zunehmend Bestandteil von Installationen der Bildenden Künste ist, eignet sich das Angebot auch für den Kunstunterricht. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist es, die eigenen medialen Fähigkeiten zu fördern und gleichzeitig zielgruppengerecht weitergeben zu können. Daher eignet sich das Projekt für das Fach Deutsch. Die KMK-Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss im Fach Deutsch sehen vor, dass Medien verstanden und genutzt werden können.29 Das Thema „Klingelton-App“ bietet dabei spielerische und vielschichtige Möglichkeiten, die eigenen Medienkompetenzen und die anderer zu schulen. Für diese vermittelnde Aufgabe werden die sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

Sensibilisierung und Einstieg

Anstelle der App Ringdroid können auch andere freie Apps für das Projekt Verwendung finden. Zum Beispiel werden mit der App Ringtone Architect oder mit der App Ringtone Maker gleiche Ergebnisse erzielt. Die kostenlosen Apps ermöglichen das Gestalten und Produzieren individueller Klingeltöne für mobile Android-Telefone. Das Programm listet alle Sound- und Audio-Dateien des Mobiltelefones auf. Für die Erstellung eines Klingeltones können diese Dateien ausgesucht sowie neue Audio-Dateien mit dem Handy aufgenommen und verwendet werden. Zusätzlich können neue Audio-Dateien mit dem Handy aufgenommen und verwendet werden. Bei der Bearbeitung wird eine Sound-Datei ausgewählt. Mit den Schiebereglern des Programmes wird der Anfangs- und Endpunkt des Klingeltones festgelegt und als Klingelton gespeichert. Voraussetzung für die Erstellung eines eigenen Klingeltones ist es, dass eine entsprechende App auf einem mobilen Android-Gerät zur Verfügung steht.

Zu Beginn des Projektes bietet sich ein Anknüpfen an die individuellen Erfahrungsbereiche der Jugendlichen an. Im Gesprächskreis können die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen, derzeitigen Klingelton benennen und den anderen vorführen. Es kann in der Gruppe diskutiert werden, was den Jugendlichen bei einem Klingelton wichtig ist.

In einem einführenden Vortrag wird die Grundidee der Klingelton-Apps vorgestellt. Dieser Vortrag könnte bereits von einer Schülerin oder einem Schüler ausgearbeitet werden. Anschließend wird die Funktionsweise der App der gesamten Klasse vorgestellt. Die Jugendlichen erarbeiten sich die Funktionsweise selbstständig. Um die einzelnen Schritte zur Erstellung festzuhalten, kann ein Schaubild erstellt werden. Hierfür steht das Arbeitsblatt 1 – App für den eigenen Klingelton zur Verfügung.

Wurde die Funktionsweise der App ausprobiert, erstellen die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Klingelton, den sie anschließend der Klasse präsentieren. Als Unterstützung dient hierbei das Arbeitsblatt 2 – Dein perfekter Klingelton.

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Achtung!

Einige Apps zur Bearbeitung von Audio-Dateien sind kostenpflichtig. Sensibilisieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler für dieses Problem, damit die eigene App-Nutzung nicht zur Kostenfalle wird. Zudem sollte sichergestellt werden, dass die verwendeten Sound- und Musikdateien legal erworben sind.

Konzeption für die Grundschule

Die Projektidee sieht eine altersübergreifende Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern der Grundschule und der Sekundarstufe I vor. Wenn diese Zusammenarbeit nicht möglich sein sollte, kann die Grundidee des Projektes dennoch ausprobiert werden. Denkbar ist auch die Einbindung von Eltern, die bereits in die Vorbereitung einbezogen werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass den Eltern ihre begleitende, unterstützende und beobachtende Rolle im Prozess deutlich ist. In einer Extra-Einheit können sie darauf vorbereitet werden.

In Kleingruppen entwickeln die Jugendlichen selbstständig ein Konzept, wie die Funktionsweise der Klingelton-App an Jüngere vermittelt werden kann. Dabei sind sie angehalten, sich in die Posi­tion von Jüngeren hineinzuversetzen. Das Arbeitsblatt 3 – Klingelton-App für die Grundschule kann dabei zu Hilfe genommen werden. Erklärungen und die Funktionsweisen der App können in Form von Schaubildern, einer PowerPoint-Präsentation oder durch eine Fotostrecke visualisiert werden.

Anschließend stellen die Kleingruppen ihre Konzeptidee in der Klasse vor. Hierbei kann auf die Methode Speed-Dating mit Expertinnen und Experten zurückgegriffen werden, wobei jede Kleingruppe als ein Fachleute-Team für die Grundschule fungiert.

Vorbereitung des Grundschulangebotes

Um die Grundschulkinder mit dem Angebot zu erreichen, ist es wichtig, sich in deren Rolle versetzen zu können. Mit einem Rollenspiel kann dies im Vorfeld ausprobiert werden. Ein Teil der Klasse nimmt dabei die Position der Grundschülerinnen und -schüler ein, der andere vermittelt die Funktionen der gewählten App. Alle Jugendlichen verbleiben in ihren jeweiligen Rollen. Mit Hilfe des Arbeitsblattes 4 – Die Perspektive wechseln – wieder in der Grundschule können sich die Schülerinnen und Schüler an ihre Grundschulzeit erinnern. Ergeben sich während der Präsentation Fragen, können die Jugendlichen diese mit der Methode Fragezeichen festhalten. Durch die Methode Stimmungsmemory kann das Projekt abschließend in der Klasse reflektiert werden.

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